Fluchtpunkt Indien

Gratwanderungen zwischen klanglicher Utopie und privatem Nirwana (WDR3, 2006)

Bei der Wahrnehmung Indiens in der westlichen Welt spielte die Verbindung von Religion und Musik von jeher eine große Rolle. Die Sendung zeichnet Strömungen nach, die von der spirituellen Komponente indischer Musik geprägt waren: angefangen beim Mitte der 60er Jahre von den Beatles eingeleiteten Siegeszug der Sitar im Westen über Timothy Leary's League of Spiritual Discovery zu den amerikanischen Minimalisten um La Monte Young und Terry Riley und ihrer persönlichen Beziehung zu Pandit Pran Nath, dem 'nackten Sänger aus der Höhle von Tapkeshwar'. Westdeutsche Musiker der 70er Jahre bewegten sich ebenso wie in jüngerer Zeit japanische Produzenten in einem Spannungsfeld zwischen klanglicher Utopie und musikalisch generierten Rückzugsräumen.




Der minimalistische Musiker Charlemagne Palestine zur soziokulturellen Situation in den USA Ende der 60er Jahre und die Alternative 'Indien', über Ravi Shankar und Ali Akbar Khan in den USA, das Konzept von 'Sa' im indischen musikalischen System und Pran Naths Einfluss auf Terry Riley und La Monte Young. (Länge: 18.36)

Musik:

The Fugs - The Garden is open

Ali Akhbar Khan - Raga Khamaj

Pandit Pran Nath - Raga Punjabi Berva

Terry Riley - Poppy Nogood and the Phantom Band



Ex-'Ton, Steine, Scherben'-Drummer Wolfgang Seidel über die Projektionsfläche Indien, elektronische Mittel als Ausdruck klanglicher und gesellschaftlicher Utopien, den indischen Einfluss als reaktionäre Kritik am Bestehenden, den Unterschied zwischen USA und Europa, sowie den Rückzug in spirituelle Systeme als Reaktion auf enttäuschte Hoffnungen. (Länge: 9.48)

Musik:

The Beatles - Girl

Tangerine Dream - Cold Smoke

Deuter - The Key

Deuter - Phoenix

Freiwillige Selbstkontrolle - Ab nach Indien



Autor:

Paul Paulun

Redaktion:

Werner Fuhr / Musikpassagen

Bild:

UCLA Library (Montage)

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