THF - Tempelhof Hörfeld (2012)


Im Prinzip ist das Gelände des ehemaligen Flughafens bereits eine große Klanginstallation. Vermutlich nehmen aber nur wenige Besucher diese sich jeden Tag aufs neue zufällig aus Alltagsgeräuschen generierende Komposition bewusst wahr.

Im Rahmen von Tempelhof Hörfeld sollen fünf Klangkünstler (Arturas Bumsteinas, Lionel Marchetti, Gascia Ouzounian, Penko Stoitschev, Ute Waldhausen) im August 2013 für eine Woche Klanginstallationen unterschiedlicher Beschaffenheit präsentieren. Ihre Arbeiten richten sich nicht nur an ein Spezialistenpublikum, sondern machen den Ort für alle neu erlebbar. Bei vielen Menschen schafft der unerwartete Kontakt mit einer Klanginstallation erst ein Bewusstsein dafür, dass man tatsächlich 'hören' kann. Sie bemerken, wie Geräusche zueinander in Beziehung treten, entdecken Strukturen innerhalb dieser Geräuschwelt und beginnen tiefer in sie hineinzuhören - im günstigsten Fall hören sie danach auch die Geräusche der Stadt mit 'anderen Ohren'.

Diese besondere Form des Hörens ist eng verbunden mit dem in den 70er Jahren vom kanadischen Klangforscher Murray Schafer etablierten Begriff der akustischen Ökologie, der augenblicklich im Zusammenhang mit der klanglichen Gestaltbarkeit urbaner Räume wieder verstärkt diskutiert wird. Auch bei den fünf begleitenden Abendveranstaltungen im Spielort Sowieso, die in Form von moderierten Gesprächen Arbeitsweise und Musikverständnis der beteiligten Künstler vorstellen, werden Überlegungen zu diesen Aspekten eine Rolle spielen.




Bild: Paulun



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