45 Seconds of:

Ganz schön durcheinander geht's hier zu und manchmal fragt man sich, wo der rote Faden ist, wo Exkurse beginnen oder eine Zäsur endet. 99 Tracks à 45 Sekunden sind ohne Pause hintereinander gepackt und jeder würde wahrscheinlich fünf andere Musiker rauspicken, gälte es ein Fenster aufzumachen, um eine Verortung zu ermöglichen. Ich nenne jetzt mal Tujiko Noriko, DJ Spooky, Martin Rev, Phtalocyanine und Nowhereman, aber genauso gut könnten es Microstudio, Blevin Blectum, o.s.t., Jeremy Dower und Sybarite sein. Ein Abenteuer dürfte das Unterfangen für alle Beteiligten darstellen - und wie es mit Abenteuern ist: sie sind am spannendsten, wenn Leute etwas wagen und über ihre Grenzen hinausgehen. In solchen Momenten brechen auch die Grenzen zwischen einzelnen Tracks auf und es ergeben sich spannende Strecken. Leider gibt es auch das Gegenstück in Form von standardisierter Pillepalle-Elektronik, die selbst im 45-Sekunden Format nervt. Insgesamt ist das ganze aber eine schöne Idee, die durch die etwas halbherzige Auswahl zwar einen Teil ihres Potentials verschenkt, aber die derzeitige Situation elektronischer Musik zwischen Sackgasse, Selbstzensur und Wagemut ganz gut widerspiegelt. (01/03)

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