The Animal Collective - Here comes the Indian

Tja - die Hippies sind wohl wieder unter uns. Warum auch nicht einfach mal hemmungslos alles rauslassen, und sehen was geht. Schließlich kann man auch ohne DSP-Spielereien Spaß an Sounds und Stimmen haben. Was Animal Collective dabei zutage fördern, klingt sehr spielerisch und improvisiert. Ständig rappelt es von irgendwoher, Claps werden mit den Händen gemacht und die Regionen, in die der Gesang sich traut, lagen sicher auch seit knapp 30 Jahren im Dornröschenschlaf. Dass das ganze nicht seirig klingt, macht die eigentliche Qualität der Musik aus, die einen stellenweise an die Unberechenbarkeit früher Pram-Songs, Faust und öfters auch an Black Dice erinnert, mit denen sie übrigens befreundet sind. Was diese sich beständig entwickelnden und nicht undrogigen Szenarien noch alles nach sich ziehen werden, lässt sich schwer abschätzen. Hoffentlich manches. (06/03)

Animal Collective - Spirit they're gone, Spirit they've vanished/Danse Matanee

Re-Release der beiden ersten Veröffentlichungen des Animal Collectives aus Brooklyn, die erstmals 2000/2001 erschienen sind und vermutlich längst nicht mehr erhältlich sind. Die Songs wurden in wechselnden Konstellationen von einem bis zu vier Musikern eingespielt - typisch Kollektiv eben. Und auch das für Kollektive charakteristische Merkmal einer Vielfalt, die in einem größeren Rahmen aufgeht, ist auf den beiden CDs anzutreffen. Artilkulieren tut sich das in einer harschen, fließenden Schönheit. Sie vereint Gegensätze wie Pop und Noise, Hippietum und Punk, innen und außen oder Angst und Geborgenheit und lässt einen stellenweise an Faust oder Syd Barrett denken. Wie jene, sind auch Animal Collective meilenweit entfernt von Rockmusik; und das, obwohl sie sich einer für diese Musikform gängigen Instrumentierung bedienen. Zeit für tiefe Gefühle, die nicht kitschig sind, und sich einem Zustand annähern, den man in der Musik schon fast vergessen hatte. John Peel würde, wenn er in der Regierung wäre, jeden Haushalt mit der neuen Platte von Melt Banana ausstatten. Ich finde, man könnte das Doppelpack des Animal Collective noch dazupacken. (10/03)

Animal Collective – sung tongs

Ob die sich in ihrem Kollektiv gedacht haben, dass sie jetzt mal ganz entfernt so klingen wollen, wie David Byrne und die Talking Heads oder geht da gerade die Fantasie mit mir durch? Auf jeden Fall ein fulminanter Start, der hier vollzogen wird und gleichzeitig den Aufbruch in poppige Gefilde markiert. Aber natürlich bleiben sie da nicht stehen, sondern begeben sich weiter und generieren Stimmungen, wie man sie sich in Trickfilmen für Kinder wünscht, bei denen die Protagonistin allerlei Unbill in kauf nehmen muss, bevor es letztendlich natürlich doch ein Happy-End gibt. Womöglich hört man Animal Collective also zu Weihnachten im neuen Disney-Film, womit alter Hippiespirit seine Finger tief ins Herz der Bestie der US-Kulturindustrie ausgestreckt hätte. Hoffentlich puhlen sie in der Wunde schön rum. (04/04)


Alben

Compilations