Arbeit - Marx

Ein Abgleich. Wie aktuell sind die Lieder der Arbeiterbewegung heute noch? Anhand dieser Fragestellung untersuchten die Frankfurter Oliver Augst, Marcel Daemgen und Christoph Korn im Auftrag des Deutschlandfunks die Texte sozialistischen Liedguts von Eisler, Becher, Brecht und anderen. Natürlich ist da die Rede von angestaubten Begriffen wie Spartakisten, sozialistischer Weltrepublik, roten Bannern und weiteren oft überstrapazierten Begriffen, die zunehmends aus dem Bewusstsein verschwinden. Den dahinter steckenden Inhalten spürt das Trio dahingehend nach, dass sie diese in einen vorwiegend elektronischen Kontext setzen, Texte zerschneiden, neu einsprechen oder sie mit historischen Fragmenten mischen. Im Ergebnis schwinden Sperrigkeit und Pathos mancher Stücke zugunsten einer eher theatralischen Stimmung. Dadurch ergibt sich ein Umfeld, das einen neuen Blick auf diese Musik und die dahinterstehenden Inhalte ermöglicht. Die drei Musiker eröffnen so einen Platz für Gedanken zum Umgang mit Verdrängung, Vereinnahmung und dem, was da alles passiert ist vor 16 Jahren mit den zwei Deutschlands, wofür diese standen und vielleicht auch, warum das hier das Land der Unzufriedenen ist. Ein modernes Trauerspiel. (03/05)

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