Justin Bennett - Noise Map

Scheint so etwas wie die begleitende CD zu Bennetts soeben erschienenem Buch mit gleichem Titel und Coverfoto zu sein. Man sieht einen südländischen Platz mit Palmen und laublosen Bäumen, der u.a. dadurch geheimnisvoll wirkt, dass Dunst die gegenüberliegende Straßenseite nur zum Teil erkennen lässt - auch Menschen sind keine unterwegs. Wie selten solche Situationen sind, weiß jeder, und dass sie eine Realität abbilden, die uns meist verborgen bleibt, ist offensichtlich. Ähnlich verhält es sich mit den Sounds, die auf dieser CD zusammenkommen. Die meisten entstammen Field-Recordings, die entweder durch besondere Aufnahmegegebenheiten, eine anschließende Softwarebehandlung oder beides ein neues Klangbild entwickelt haben. Dadurch erwachen sie zu einem teils harschen, teils sanften Leben, das sich den meisten von uns so selten offenbart, wie eben jener morgendliche Dunst. (12/03)


Justin Bennett - Wildlife

Zoos sagen ja mindestens so viel über ihre Betreiber und Besucher aus wie über die dort gehaltenen Tiere. Analog dazu entsprechen die von Justin Bennett in zoologischen und botanischen Gärten von Berlin, Barcelona, Paris, Amsterdam und Bergen erstellten Momentaufnahmen nicht nur einer klanglichen Definition der kulturellen Einrichtung 'Zoo', sie könnten auch Mutmaßungen darüber sein, wie oder was Tiere eigentlich hören. Die streckenweise prozessierten Klänge erinnern jedenfalls immer wieder an Untersuchungen des ungarischen Biologen Peter Szöke, der Vogelstimmen extremst verlangsamte und diese dadurch als signalhafte Fanfarenstöße erscheinen ließ. Bennett übt allerdings einen freieren Umgang mit seinem Material als Szöke und somit gelingt ihm entlang der Parameter Besucher, Tiere und Raum eine krude Charakterisierung der künstlichen Lebenswelten hinter Mauern, Glasscheiben und Zäunen. (07/08)

Alben

Compilations