Black Dice - Beaches & Canyons

Hier wird ganz schön abgeräumt... Fordernde Drums, fließende marimbaartige Sounds, obskure Mundgeräusche und verlorenes Vogelzirpen bilden die Koordinaten des ersten Tracks. Wo anders als in New York lassen sich solche Komponenten so rhythmisch zusammenbringen? Auch wenn es danach etwas süßlicher zugeht, erinnert mich das an in dieser Stadt erlebte Konzerte, über die man hier vermutlich mit dem Kopf schüttelt. Dort jedoch hallt so etwas auf dem - gerne winterlichen - Nachhauseweg nach und bringt gelegentlich sogar einen Anflug von Champagnerlaune mit sich. Black Dice ziehen auf vielschichtige Weise ein richtiges Band-Ding durch - und auch wenn mir ein so abgenudeltes Wort wie 'psychedelisch' nur schwer über die Lippen kommt, ist es genau das. Der Begriff 'retro' ist davon übrigens ebenso weit entfernt wie die Lobeshymnen von New York Times, I-d oder Village Voice gerechtfertigt sind. (02/03)

Black Dice – Miles of Smiles

Fast könnte man meinen, Black Dice hätten sich zwischenzeitlich mit der Bildenden Kunst verbandelt, denn auf den zwei langen Stücken dieser CD geht es recht konzeptionell zu: die New Yorker beschäftigen sich auf Miles of Smiles mit dem Gegensatz von Natur und Kultur. Dabei treffen Field-Recordings eines nächtlichen Dschungels auf prozessierte Sounds, die wiederum mit der drumbasierten Dokumentation eines Ereignisses kollidieren, von dem man nur weiß, dass es der östlichen Hemisphäre entstammen muss. Da Black Dice ohne Gesang wie Frühling ohne Spargel wäre, klingt ein Hauch dieses typisch wimmernden Singsangs zu Beginn des zweiten Tracks an - ansonsten verfolgt er ein ebenso kühles und reduziertes Spannungsfeld wie der Opener. Musik, die einem eine Ahnung davon verschafft, was es bedeutet, Zeit zu haben. Eine ausgestreckte Hand, in die man einschlagen sollte. (04/04)

Black Dice - Creature Comforts

Wie privat die Musik von Black Dice ist, merkt man am deutlichsten, wenn man sie einmal verloren auf der großen Bühne einer 3000 Leute-Halle hilflos an ihren Effektboards hat hantieren sehen. Das ist weder optisch noch klanglich oder auch sonstwie ein inspirierendes Ereignis. Die Tracks hier stimmen jedoch versöhnlich und gehen gleich ins Herz. Es zischt und brodelt wie am Schlund eines Vulkans und man ahnt, dass da noch manches im Verborgenen schlummert. Im folgenden offenbaren sich arabisch klingende Takte und wabernde Anmutungen von Melodien und Gesang. Hier und da blitzen kurz Gitarrensounds auf, um sodann in Geräuschkulissen zu versinken, die an das fröhliche Durcheinander von Klängen mancher Pioniere der elektronischen Musik erinnern. Trotz aller Merkwürdigkeiten und Verspieltheit scheinen Black Dice mittlerweile zu wissen, wie sich Effekte zielstrebig einsetzen lassen. Da ist glatt zu erwarten, dass sie in Zukunft richtige Musik machen werden... (07/04)


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