Gavin Bryars, Alter Ego, Philip Jeck - The Sinking of the Titanic (1969 - )

Ein sehr getragenes, elegisches und mit 70 Minuten Spielzeit vor allem langes Stück ist diese letzte Neuinterpretation des von Gavin Bryars 1969 entwickelten Werkes. Die musikalischen Bestandteile haben nach wie vor auf die ein oder andere Art mit dem Sinken des Luxusliners zu tun. Immer wieder ragen fragmentarische Interviewpassagen, Reden, Rufe oder Passagen des Stücks hervor, das die auf dem Schiff verbliebene Bordkapelle während der letzten Minuten bis zum Untergang groteskerweise spielte. Die hier dokumentierte Fassung wurde 2005 auf der Biennale in Venedig von Bryars mit Alter Ego und Philip Jeck aufgeführt. Möglicherweise liegt es an dieser Kombination, dass die Instrumente öfters so klingen, als würden sie unter einer dicken Staubschicht hervorlugen - jedenfalls verbreitet sich alsbald ein Gefühl des Wartens und Beobachtens und damit einhergehend ein Maß an Melancholie, das ganz gut zur dunklen Jahreszeit passt. (01/08)

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