Un caddie renversé dans l'herbe - Some Nenu Songs

Hm... Nenu-Songs - was ist denn das? Die Bestandteile sind jedenfalls nicht von schlechten Eltern: Gamelanfragmente, Glöckchen, Überbleibsel von Clicks und Cuts, Glucksen, arabisch angehauchte Versatzstücke und manches Element, das mit dem Sack-Zieglerschen Klangkosmos kompatibel sein dürfte. All das ist mit spielerischer Leichtigkeit angeordnet und teilweise noch mit dem Alltag entnommenen, leicht modifizierten Geräuschen oder Stimmfetzen angereichert. Die daraus resultierenden Tracks sind gleichermaßen schön wie rätselhaft und lassen einen aufgrund ihrer Kürze ständig daran zweifeln, ob das hier wirklich passiert, oder ob es nicht so weit weg und von ähnlicher Schemenhaftigkeit ist wie der Regen Sao Paulos, ein in die Sterne schauendes chinesisches Mädchen oder wachsende Kakteen. Jedem Track bleibt gerade genug Zeit, sich auszubreiten und schon hat er sich wieder in Wohlgefallen aufgelöst. Alles fügt sich zu einer Geschichte, die bei jedem Hören einen neuen Fokus offenbart und ein Feld von Weirdo-Ästhetik bis zu sanftmütiger Müdigkeit beackert. Atonalität voller Gefühl. Nenu-Songs halt. (09/02)

Un caddie renversé dans l'herbe- now there's a weird taste in my mouth

Sechs neue Tracks von Dídac P. Lagarriga aus Barcelona und stante pede bin ich wieder diesen Klängen verfallen, die einen mit der Welt in Einklang zu bringen vermögen. Ganz so, wie das in frühester Kindheit vielleicht mal die Spieluhr am Fenster vermocht hat. Wie diese arbeitet auch Lagarriga mit dem Mitel der Wiederholung, nur dass die von ihm verwendeten Melodien Instrumenten wie Balaphon, Mbira, Kalimba oder einer Melodica entstammen und elaboriert zueinander in Beziehung treten. Nachdrücklich entspannende Tracks, die einen nach den 20 Minuten dieser 3"-CD so aufgeräumt zurücklassen, wie das sonst nur eine Thai-Massage hinbekommt. (07/03)

Un caddie renversé dans l'herbe- Like a packed cupboard but quite...

Didac P. Lagarriga aus Barcelona räumt auf diesem Release ein wenig in seinem Schrank herum. Der ist gut gefüllt mit außereuropäischen Instrumenten wie Balaphon, Kalimba und Mbira. Wie gewohnt formt Lagarriga die Klänge dieser Instrumente mittels Software und gibt gelegentlich noch eine Prise Melodica oder Glockenspiel dazu. In der Folge ergeben sich allerliebste Rhythmen und Melodien, die diesmal vielleicht noch reduzierter als sonst ausfallen. Allerdings ist der Klang der Stücke nur eine Komponente dieses Albums. Die Titel sind allesamt Links zu Internetseiten, in denen es um kulturelle Eigenständigkeit, Freiheit und gerechte Güterverteilung aus der Sicht von Afrikanern, Lateinamerikanern, ethnischen Minderheiten und anderen benachteiligten Gruppen geht, die in einer turbokapitalistischen Welt zunehmend unter die Räder geraten. Beim Ansehen der Websites dürfte einem mal wieder bewusst werden, was für eine Menge an unzufriedenem Potential in der Welt vorhanden ist. Möge die Musik Inspiration bei der Suche nach Wegen aus der Krise bringen! (02/04)


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Compilations