Sylvain Chauveau - Un autre Décembre

Weniger ist mehr - diese simple Wahrheit führt einem das Erscheinungsbild von Google tagtäglich vor Augen. Ein ähnlich reduziertes Erscheinungsbild pflegen die Pianotracks des Franzosen Sylvain Chaupeau. Vielleicht liegt es daran, dass er keine Noten lesen kann und sich dem Instrument daher autodidaktisch herantastend nähert. Oft sind es einfach nur sich wiederholende Akkorde samt Nachhall, in denen so viel Schönheit steckt, dass man richtiggehend gerührt ist. Interessanterweise vermitteln die Pausen den Eindruck, dass es sich bei diesen Klängen um Überbleibsel handelt und dass Chauveau sich wohl von vielen Ideen verabschiedet hat, um bei dem rauszukommen, was er hier anbietet. Obwohl es so gut wie keine wirkliche Stille gibt, scheint die Musik diesem Phänomen zu huldigen. Klingt sehr winterlich - so als ob alles zur Ruhe gekommen und in einen Stillstand übergegangen wäre. Wie sich diese Musik wohl anfühlt, wenn das Leben in Form des Frühlings wieder zurückkehrt? (03/03)

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