Column One - THX 1138

Picture-12" mit zwei so unscharfen Bildern, dass man schon wieder zweifeln könnte, ob die abgebildeten Köpfe wirklich aus George Lucas' gleichnamigem Film stammen. Tun sie aber. Auf den beiden Seiten der Platte finden sich Collagen mit Gesprächsfetzen des Films, die die Enge und beklemmende Stimmung der Tunnelwelten auch ohne Bilder ausdrücken. Die Frage ob Top oder Flop beantwortet sich einzig aus der Bewertung des Konzepts, da die Umsetzung absolut schlüssig ist. (06/98)

Column One - Electric Pleasure

Dem Album vorangestellt ist ein Filmzitat aus verstaubten Zeiten, das für das Jahr 2001 den Weltfrieden und eine mit sich im Einklang lebende Menschheit prophezeit - nun ja. Inhaltlich geht's um eine Art Gegenüberstellung musikalischer Zukunftsentwürfe von damals und heute. Einst propagierte von stehenden oder schwingenden Flächen untermaltes Piepen und Fiepsen eine zwar ungewisse, aber durchaus verheißungsvolle 'No-Problem-Zone'. Das, was heute allerorten aus Lautsprechern quillt, löst diese Visionen im Prinzip ein, wenngleich die Sounds und Arrangements natürlich ungleich avancierter sind - und, je nachdem in welchem Umfeld man sich gerade bewegt, entweder sanfter oder kaputter klingen. Column One sind mit ihren neuzeitlichen Adaptionen auf der angenehmeren Seite der Skala anzutreffen. Manchmal wirkt es aber so, als hätten sie sich beim Pendeln zwischen Retroästhetik, gesunder Darkness, abstrakter Funkyness und etwas Granularsynthese leicht übernommen. Viele Tracks scheinen an Vorbilder angelehnt, die die entsprechende Art Musik überzeugender spielen und auch der unermüdliche Einsatz von Vocoderstimmen läuft mit zunehmender Zeit ins Leere. Schade, dass sich allmählich Oberflächlichkeit anstelle der angestrebten Intensität breitmacht, denn die Idee des Unterfangens ist keine schlechte. (12/01)

Column One - Dream Time

Column One haben über die letzten Jahre Materialien gesammelt, die das Verhältnis Mann-Frau in deutschsprachigen Mainstreammedien abbilden. Da kommt amüsantes und erschreckendes aus Fernsehen, Radio oder Zeitschriften nebst Werbung und Schnipseln aus Sexratgebern oder Pornos zusammen und formt sich mittels eines kleinen Posters, einer Postkarte und zwei Booklets zu einem gewichtigen Release. Bilder und collagierte Sprachfetzen lenken den Blick auf eine zunehmend sexualisierte Zeit, in der tradierte Rollenspiele, Projektionen und Klischees nach wie vor Gültigkeit haben und auch weiterhin ganz selbstverständlich durch die Medien verbreitet werden: Männer treten als schützende, jagende Helden auf den Plan und Frauen tauchen als anhängliche, bisweilen leicht verwirrte Prinzessinnen auf. Stereotype Synchronstimmen aus Filmen werden in dezente Hintergrundmusik gebettet, die mal catchy und dann wieder lapidar gehalten ist. Gesprochene Worte hallen in diesem Teppich umso nachhaltiger nach und entfalten eine leicht verstörende Aura. Allerdings sorgen Column Ones subtiler Humor und ihre feste Verwurzelung in der Gegenwelt dafür, dass die nahezu hörspielartige Abrechnung mit der sogenannten Normalität nicht einen Wimpernschlag lang verbittert wirkt. Situation Normal All Fucked Up... (10/05)


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