Eric Cordier - Breizhiselad

Wer die steinernen Trutzburgen ähnelnden Kirchen der Bretagne und Normandie einmal aus der Nähe gesehen hat, den mag möglicherweise bereits das grüngelblich gehaltene Cover mit der Abbildung einer solchen erschauern lassen. Eric Cordier hat für seine Doktorarbeit die Populärkultur von Bauern der Normandie im 19. Jahrhundert erforscht und sich zudem in den Studios für zeitgenössiche Musik in Lyon und Dieppe umgetan. Breizhiselad erweist sich als Schnittmenge daraus: nahezu alle Elemente stammen von einer einzigen 10"-Platte mit Kirchenmusik aus den 60er Jahren, auf der die zuvor verbrämte bretonische Sprache rehabilitiert wurde. Cordier war von der Musik gleichermaßen fasziniert wie abgestoßen, legte gewisse Elemente frei und ließ über andere den Mantel der Stille fallen. Das klingt so, als würde man durch ein verwunschenes Schloss spazieren, das mittlerweile über mehr Patina als Bausubstanz verfügt. Überall ächzt und knirscht es und immer wieder tönt einem der merkwürdige Singsang gewesener Stimmen entgegen. Nichts für Angsthasen und längst nicht nur für Goths. (07/06)

Alben

Compilations