Costes - Bible and Machine Gun

An Costes erstaunt mich immer wieder seine Chamäleonhaftigkeit, die es ihm erlaubt, ständig neue Rollen mit absoluter Glaubwürdigkeit zu verkörpern. Diesmal positioniert er sich unter Zuhilfenahme von allerlei Kunstfiguren in eher abseitigen Situationen im Staate Israel und um diesen herum. Er spürt beispielsweise einem nackten gekreuzigten Mädchen in Gaza nach, berichtet aus der Perspektive eines Arabers, der sich nächtens zu bezahltem Sex mit dem Sohn eines Rabbiners unter einem Zitronenbaum einfindet, schildert die Schuldgefühle eines Verzweifelten, dessen Eltern von Nazis in Auschwitz ermordet wurden oder erläutert die Zusammenhänge zwischen Israelis, Arabern, Kakerlaken und dem Brot. Explosiver Stoff, der stets im passenden Tonfall vorgetragen wird, leidenschaftlich ein breites Spektrum an Zuständen wie Aggression, Gier oder Wahnsinn verhandelt und dabei von der Intensität einer Liebeserklärung ist, die einen nicht gleichgültig lassen kann. (04/02)

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