Hanna Hartman - Longitude/Cratere

Die Klangkünstlerin Hanna Hartman widmet sich hier Exkursionen in die Natur. Der 13. Längengrad verbindet Berlin über das Kap Arkona mit der Ostsee. Viele der prozessierten Field-Recordings entstammen den Geräuschen eines sich entlang dieser Linie bewegenden Segelboots. Sie formen sich zu einer unruhig schlingernden Klanglandschaft, die in wohl bemessenen Zeitabschnitten unheimlich poltert, quietscht oder brummt. Auch die Umgebung des Kraters vom Ätna auf Sizilien scheint keine allzu anheimelnde Gegend zu sein. Hartman arrangiert sein Zischen und Brodeln auf eine Art, bei der sich Phasen der Ruhe mit heftigen Eruptionen abwechseln. Nichts für Leute mit schwachen Nerven, und man ist froh, dass die Lavaströme nur aus den Lautsprechern quellen, statt einem um die Füße zu fließen. (10/05)

Hanna Hartman - Ailanthus

Manchmal mag man ja einfach nur konkreten Klängen zuhören, und die Klangfetzen, die Hanna Hartman hier auf cut-up artige Weise zu vier kürzeren Kompositionen zusammenfügt, laden einmal mehr dazu ein. Geräusche vom Biss in einen Apfel, Türknarzen, Husten, Spray oder auch die Laute verschiedensten Getiers eines Waldes setzen sich immer wieder neu zusammen, um wellenartig über einen herzufallen. Die Anmutung des Klangbilds pendelt dabei zwischen den Polen Ruhe und Turbulenz. Hartmans Geschicklichkeit im Einfangen solcher Geräusche macht das Hören der Stücke zu einem Erlebnis. Mich beeindruckt allerdings mehr die Qualität des Klangmaterials als ihr einigermaßen konventioneller und institutionellen Ansprüchen entsprechender Umgang mit ihm. (05/07)


Alben

Compilations