CM von Hauswolff - Three overpopulated Cities built by short-sighted Planners, an unbalanced and quite dangerous Airport and an abandoned Church

Interessanter Ansatz, sich dem Geist urbaner Räume mit rein elektronischen Mitteln zu nähern. Carl Michael von Hauswolff beschreibt hier Orte, die ihm wiederholt auf Reisen begegnet sind und die eine gewisse Faszination auf ihn ausgeübt haben. Vielleicht, weil sie eine Form von Freiheit suggerieren und dabei gleichzeitig menschliches Planungsvermögen in Frage stellen. Wenn die Mexiko-City und Tokio repräsentierenden Klänge zusammentreffen, brummt, kreucht und ächzt es, dass es eine wahre Pracht ist - das wirkt gleichermaßen distanziert wie reinzoomend und quirlig. Man spürt etwas von jener merkwürdigen Ruhe, die sich breitmacht, wenn man der allgemeinen Bewegung um einen herum den Rücken kehrt, um sich einfach mal auf dem Trottoir niederzulassen. Hauswolffs Betrachtung des Flughafens von Lagos wirkt dagegen situativ und formt das Bild eines Ortes der Stagnation. Bangkok schleicht sich langsam an, doch es scheint etwas unter der Oberfläche zu lauern, das verdammt unangenehm werden kann. Die Aura einer verlassenen Kirche in Chicago schließlich wird über ein bassiges Brummen dargestellt. All das wirkt wie ein Abgesang - die den Lautsprechern entströmende Luft ist kalt wie die Hand einer Toten. Hauswolffs Statements formen sich zu einem psychogeographischen Exkurs, der in keiner stadtplanerischen Abteilung fehlen sollte. (06/04)


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