Pierre Henry - 10. Symphonie Remix

Der von vielen so titulierte Vater des Samplings meldet sich mit seinen 73 Jahren einmal mehr zu Wort. Und zwar in Form eines Remixes seiner 1979 in der Bonner Beethovenhalle uraufgeführten 10. Symphonie, die Versatzstücke aus Werken eben dieses großen Komponisten beinhaltet. Nichts von dem ist mir geläufig, und daher mag mir mancher Seitenhieb Henrys auf Beethoven und auch die ein oder andere Pointe verborgen bleiben - dennoch bleibt genug übrig, das man mögen kann. In erster Linie wäre da die große Lässigkeit, mit der Henry die ineinander übergreifenden Fragmente miteinander verzahnt und so ein großartiges Durcheinander an interessanten Sounds mit extrem hoher Ereignisdichte generiert. Beethovens Passagen nehmen zwar eine zentrale Stellung ein, werden aber von Elementen wie Discorhythmen, Sprachfetzen, Schritten, Schlagzeug, kurzwelligem Knarzen, Schüssen, elektronischen Sounds oder dezentem Möwengekreisch angereichert. Die Liste ließe sich noch lange weiterführen. Und wie es sich für ein solches Werk gehört, gipfelt alles in einem fulminanten Finale voller fetziger Stimmungsmacher. Klassik-Highspeed-Trash at its best. (11/00)

Alben

Compilations