John Hudak - Brooklyn Bridge

Natürlich hat ein Monster wie die Brooklyn Bridge ein Innenleben. Die von John Hudak mit Kontaktmikrofonen erstellten Aufnahmen der Stahlseile und ihrer Verankerungen enthüllen vier Facetten davon. Die an- und abschwellenden Heulpegel zu Beginn fallen so jammernd und klagend aus wie spukiges Windgesäusel. Die nächste Aufnahme klingt kratzig und quengelnd wie ein schlecht empfangener Kurzwellensender, dessen dissonante Qualitäten einen mitunter ja durchaus fesseln können. Im krassen Gegensatz dazu verhält sich die folgende Studie, bei der man fast meint Engelszungen zu vernehmen. Das polare Klirren und Pfeifen des letzten Takes lässt das Bauwerk schließlich als Fels in der Brandung erscheinen, der der Geschäftigkeit um ihn herum Apathie und Distanz entgegensetzt. Sehr zustandsartige Aufnahmen, die zum Reflektieren über die Brücke und ihre nähere Umgebung einladen, was durch das Coverfoto noch unterstützt wird. (02/99)

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