Philip Jeck - Host

Philip Jeck ist einer der großen, alten Männer des Turntablism - zumindest in etwa. Seine meist wohlig pulsierenden Klanggebilde entstammen Loops von Secondhand-Platten, die ihr Dasein nach dem Kauf ohne Hülle fristen müssen und fortan munter Staub und Gebrauchsspuren ansetzen dürfen. Üblicherweise werden die Platten von mehreren Dutzend Plattenspielern gleichzeitig abgespielt. So kommt es, dass sich mitunter Fragmente von Chören mit gedehntem Knarzen und Melodiebögen vermischen und unter Zuhilfenahme von Effekten Konstrukte formen, die sich im Zeitlupentempo in verschiedene Richtungen ausbreiten. Klingen tut das flüssig, rot und salzig - ganz so, als ließe sich aufs trefflichste auf ihnen herumtreiben. Als Bonus gibt es einen 20minütigen Track via Quicktime-Film, der Jeck bei der Arbeit mit einem reduzierten Setup aus lediglich zwei Plattenspielern zeigt. Anhand ruhiger, kontinuierlicher Handgriffe ensteht ein Stück, das zwar leicht nach abgespecktem Demo-Mode klingt, sich aber dennoch nahtlos in die Reihe der übrigen Tracks einreiht. Die lassen sich übrigens in einem positiven Sinne als Trance bezeichnen. (11/03)


Alben

Compilations