Kurzmann/Stangl - Schnee

Vier lange Tracks, live eingespielt in einer der längsten Nächte, die das Jahr zu bieten hat. Die beiden Musiker versuchen sich an der gewagten Melange aus elektronischer Klangerzeugung in Form eines G3-Laptops und solcher akustischer Natur, vertreten durch eine akustische Gitarre. Klingt unvereinbar? Muss es nicht sein, wenn sich beide zurückhalten und eine Balance zwischen diesen Polen anstreben. Kurzmann und Stangl sind sich dessen bewusst, was auf ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit zahllosen Musikern aus unterschiedlichsten Genres beruhen mag. Ihre Musik entströmt den Lautsprechern sanft und füllt den Raum nüchtern und unaufdringlich. Klänge, die dieses winterliche Gefühl hervorrufen, das sich einstellt, wenn der erste Schnee das Erscheinungsbild der Umgebung verändert und eine neue, wattige Realitat schafft. Die zweite Hälfte der CD gestaltet sich größtenteils diffuser und fragmentarischer. Es macht sich eine Form der Unruhe breit, die manchen auch viele Jazzstücke suspekt erscheinen lässt. Da mir diese Konstrukte klanglich jedoch näher stehen, ergibt sich dennoch eine Zugangsmöglichkeit - wenn auch nicht ohne weiteres. (08/00)

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