Minamo/Jörg-Maria Zeger/ I-Sound+D. Raffel - Colour and Pattern

Compilation mit vier längeren Stücken, die mit winterlicher Zurückhaltung beginnt. Die minimalen Texturen des japanischen Quartetts Minamo scheinen zunächst nicht ohne Reiz zu sein, driften dann allerdings zunehmends in verträumten und nur schwer verdaulichen Harmoniekitsch ab. Was macht I-Sound auf so einem Release? Das Ruder wieder rumreißen. Im Verbund mit Daniel Raffel bringt er nervös britzelnde, kurzwellenartige Sounds, die sich zusammen mit einem konstant plingenden Glöckchen und ruhigen Synthieflächen zu einem Gebilde fügen, dem man mindestens so gerne lauscht wie dem endlosen Treiben von Rennautos auf einer Carrerabahn. Jörg-Maria Zeger ist mit zwei Stücken vertreten, von denen ihn das erste aufgrund seiner Rhythmen, die in Steve Reich'scher Manier beständig einen neuen Fokus eröffnen, zunächst als Headbanger im Geiste erscheinen lässt. Dass er auch in ruhigeren Gefilden zuhause ist, zeigt das niedrig getaktete Folgestück, welches sich millimeterweise ausbreitet und dessen Freundschaft signalisierenden Klängen man nicht ablehnend gegenüberstehen kann. (12/02)

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