Tujiko Noriko - Shojo Toshi

So einfach kann das gehen. Pita am Flughafen in Japan eine Minidisc mit eigenen Tracks in die Hand drücken, und kurz darauf einen Release von sich mit schmuckem Cover in Händen halten, auf dem man surrealistischerweise unter einem Fliegenpilz hockend mit Baguettes auf mobil telefonierende Manager und Soldaten feuert. Wer ist Tujiko Noriko? Man weiß es nicht. Aber sie ist da, und das ist erst mal gut. Die Stimme der Dame wirkt glockenhaft abgehoben und wahrt doch Zurückhaltung. Ihr Gesang ist in beschwingt schwermütiges, elektronisches Geknurschpel gebettet, was einigermaßen charmant wirkt. Merkwürdigerweise scheinen die Tracks nach einiger Zeit abzuflachen - aber das liegt wohl an der auf Dauer schwer auszuhaltenden Schönheit dieser Musik. Hielte man also lieber eine 3"-CD in den Händen? Wohl kaum. (07/01)

Tujiko Noriko - I forgot the Title

Tujiko Noriko schien letztes Jahr quasi aus dem Nichts aufgetaucht zu sein. Der Gedanke, dass die Veröffentlichung auf Mego nicht ihr Debut gewesen sein könnte, kam angesichts der Unbedarftheit der Stücke wohl nur wenigen in den Sinn. Die vorliegende 12" beinhaltet nun vier Stücke ihres tatsächlichen Debut-Albums sowie ein im Wiener Rhiz aufgenommenes. Und man kommt nicht umhin ihrer Musik eine Kontinuität zu attestieren - es geht wieder sehr fragil zu, einigermaßen schön und japanisch mädchenhaft. Allerdings stellt sich langsam die Frage, ob diese Attribute nicht lediglich Klischeevorstellungen bezüglich Japan-Pop bedienen, beziehungsweise wie solche Vorstellungen überhaupt in die Welt kommen. Ein interessantes Spannungsfeld also, in dem sich die Perlen diese Releases bewegen. (09/02)


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