O+A - Box 70/30

Hinter O+A verbergen sich Bruce Odland und Sam Auinger, die auf Box 70/30 zahlreiche Stationen ihres gleichnamigen und weiterhin andauernden Projekts dokumentieren. Mit ihm spüren sie der klanglichen Komponente bestimmter urbaner Situationen nach. Dazu wird die sonische Beschaffenheit von Orten in einen dunkel gehaltenen Container übertragen, der lediglich durch ein kleines Fenster Kontakt zur Außenwelt bietet. Da sich das Mikrofon in einem 4,5 Meter langen Resonanzrohr befindet, stellt sich der wundersame Effekt ein, dass die Geräusche der näheren Umgebung weitgehend erhalten bleiben, dabei allerdings von einem dronigen Gebilde unterlegt werden, dessen Beschaffenheit von der umgebenden Architektur geprägt ist. Das klingt spannend, bleibt aber durch die permanent verschwommene Art der Klänge relativ berechenbar. Gebrochen wird diese Gleichförmigkeit durch manches Zwischenstück, das anhand anderer Parameter funktioniert und doch auch mit dem Projekt verbandelt ist - etwa durch die Software 'Super Collider' gelaufene Klänge oder durch die Kiefern der Rocky Mountains fegender Wind. Dem Hörer ist dabei jedoch immer die Rolle eines Betrachters beschieden, Gefühle der Unmittelbarkeit wie bei einem Besuch im Container stellen sich nicht ein. (08/02)

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