Pekka Airaksinen - Madam I'm Adam

Die Abteilung 'Hommage an Helden' mal wieder. Pekka Airaksinen gehört, zumindest außerhalb seiner finnischen Heimat, allerdings eher in die Kategorie der vergessenen oder Anti-Helden. Die erste der beiden CDs enthält ausschließlich Material von Airaksinen selbst, und zwar aus den Jahren 1968-2002. Das sind immerhin 35 Jahre, in denen er eine Menge ausprobiert hat - einiges davon im Verbund mit anderen Musikern, beispielsweise Ende der 60er mit der Band 'The Sperm'. Unglaublicherweise klingt das meiste davon so, als wäre es erst in den letzten Jahren entstanden. Man trifft verrückte, jazzige Eskapaden auf elektronischem Grund von 1983, die Sähkö wahrscheinlich auch 2006 noch veröffentlichen würde, so cool wie sie grooven. Es gibt introvertierte, ambiente Electronica aus 2002, die sich widerspruchslos an Klänge reiht, die 1970 vielleicht als Neue Musik gegolten haben könnten. Eine ganz spezielle Art von Noise und Industrial sind weitere Eckpfeiler, zu denen das schlichte, aber umfangreiche Booklet ausführlich berichtet. Großartiges Zeug, das es den auf der zweiten CD versammelten Remixern um Mira Calix, Curd Duca, Nurse with Wound, Airaksinen selbst oder dem diese Compilation zusammenstellenden Anton Nikkilä von N&B Research Digest (die CD sieht übrigens aus wie ein geklonter N&B-Release) nicht leicht macht. Überraschenderweise versuchen sie sich an genau den Tracks der ersten CD in der gleichen Reihenfolge. Weniger überraschend klingen die Resultate gänzlich anders und mögen für sich betrachtet gar nicht mal uninteressant sein - mit den Originalen können sie allerdings nicht Schritt halten. Fast wirkt es, als würden sie an der Aura der Originale einfach abprallen. (03/04)

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