Pure - The End of Vinyl

Wow! Eine 3"-CD im Klarsichtklappkasten und somit ein unbedingter Anwärter auf den Verpackungsaward '99. Aber auch auf der Klangebene ist einiges am Start: zwei Tracks von Peter Votava, der noch vor einigen Jahren mit Christopher Just die Kunstfigur Ilsa Gold verkörpert hat, und sein Titelstatement ist wohl nicht im Sinne eines Slogans zu verstehen, sondern bezieht sich auf die Auslaufrillen von Platten - die liegen den Tracks nämlich zugrunde. Einer davon entpuppt sich als bohrendes, krisseliges und buntes Durcheinander, das an einen sommerlich schnarrenden Krötenteich in der Nähe eines gut beleuchteten Kraftwerks erinnert. Der andere lässt einen in seiner schwebenden Art an die Außenaufnahme eines Raumschiffs (am ehesten Enterprise..., warum eigentlich?) denken. Die unheimliche und eindringliche Intensität kann einem im Verbund mit vereinzelt auftauchenden Signalen und andeutungsvollem Geklapper fast das Fürchten lehren. Merkwürdiger, auf den Punkt gebrachter Stoff. (05/99)

Pure - Home is where my Harddisk is Vol.2

Brauchte man in der ersten Generation von Laptops noch kleinere Orchester, um dichte und vielfältige Klanggebilde zu generieren, reicht dafür mittlerweile unter Umständen ein Musikant. Die beiden knapp 25minütigen Livesets dieser CD belegen das deutlich und dürften sogar notorischen Nörglern den Glauben an Computermusik zurückgeben. Kaum zu glauben, dass all die lebendigen Schichten von filigranen Sounds live gemixt wurden. Gelegentlich infiltrieren gut getimete Gimmicks in Form von Melodie- oder Gesangsfragmenten das fein austarierte ambiente Terrain, auf dem man sich tatsächlich so zu Hause fühlen kann, wie das der Titel der CD suggeriert. Es kommt eben doch hin und wieder vor, dass in der Ruhe jede Menge Kraft liegt. (04/06)


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