Quintetavant - Floppy Nails

Dass eine mit drei Tonbandgeräten und einem analogen Synthesizer durchgeführte Live-Performance so stark an Laptopmusik angelehnt sein kann, hätten wohl die wenigsten vermutet - wenn auch mal dahingestellt sei, welchen Ursprungs die auf den Magnetbändern gespeicherte Information ist. Bei diesem Mitschnitt eines Konzerts aus dem Centre Culturel in Nancy poltert es jedenfalls ganz gewaltig. Die Vielschichtigkeit der einzelnen Elemente verdichtet sich zu einer angenehmen Melange, deren atonaler Charakter noch durch gelegentlich eingeworfene Rufe angereichert wird. Aber es gibt auch Raum für ruhige Passagen, die eine Möglichkeit der Orientierung bieten. Das Umdrehen der Platte wirkt wie eine Zäsur, nach der es zunächst wieder ruhig beginnt, aber schon bald kann man sich dem Durcheinander der Klänge erneut hingeben und treiben lassen. Eine spezielle Art des Improvisierens, die die Easy-Listening-artige Gestaltung des Covers als schöne Mogelpackung entlarvt. (02/03)

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