Nad Spiro - vs. Enemigos de Helix

Hier gilt es an kein Metrum gebundene Klanglandschaften für sich zu entdecken, die mit elektronischen Mitteln eine merkwürdige Art urbaner Tristesse thematisieren. Die Tracks offenbaren kurze Einblicke in sonische Sachverhalte, um kurz darauf schlingernd neue Territorien zu erschließen. Etwa so, wie die vorsichtige Annäherung an eine fremde Stadt einen in einem Zustand permanenten Staunens zu halten vermag, gelingt das auch der Musik, die sehr erdig wirkt und manchmal wie festgefahren stockt. In ihrer Schwere erinnert sie stellenweise auf eigenartige Weise an den entspannten Glamour, wie er zu späten Westberliner Zeiten in der Luft lag. Schon verwunderlich, dass ein solcher Spirit auch in Barcelona, wo Nad Spiro und ihre Feinde beheimatet sind, in der Luft zu liegen scheint. (09/00)

Nad Spiro - Fightclubbing

Trotz des eigentümlichen Klangbildes wirkt diese Musik merkwürdig vertraut und persönlich - ganz so, als würden die Tracks den Kontakt zum Hörer suchen. Nad Spiros elektronische Soundteppiche bewegen sich größtenteils entlang der Parameter Melancholie und Unterbewusstsein und werden dabei mitunter von entfernten Stimmen angereichert. Man wird Teil einer entrückten Stimmung, die noch eine weitere Schicht zu enthalten scheint, deren Geheimnis uns die Musikerin jedoch nicht preisgeben mag. Nad Spiros gelassener Umgang mit Gefühl ließe sich vielleicht als abstraktes Liedgut labeln, das auf seine ideenreiche, verschrobene Art einzigartig ist - und der aus Francis Ford Coppolas Film 'Apocalypse Now' elegant in den Titeltrack verwobene Slogan 'GI - Fuck you!' ist ja auch mal wieder aktuell. (02/03)

Nad Spiro - Tinta invisible

Wie die bisherigen Veröffentlichungen der in Barcelona lebenden Musikerin erwarten lassen, bewegt sie sich auch hier in ganz eigenen Sphären. Das artikuliert sich in geheimnisvollen und leicht verstörten Stücken langsamster elektronischer Musik, die eine große Privatheit verströmen und dabei von einladender Experimentalität voller Unberechenbarkeit sind. Unter dieser an sich schon beachtlichen Oberfläche brodelt es zudem noch mächtig, und auch dort gibt es manches zu entdecken. Kein leichter Stoff, aber wer wollte sich auch mit weniger zufriedengeben? (07/07)


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