Michel Waisvisz - In tune

Michel Waisvisz ist Leiter des Amsterdamer STEIM-Instituts für Elektronische Musik, einer Institution, die sich der 'humanen' Annäherung an Technologie verschrieben hat - was auch immer das heißen mag. Waisvisz verweigerte sich der Tonträgerindustrie fast drei Jahrzehnte lang und führte seine Musik ausschließlich live und vor handverlesenem Publikum auf. Möglicherweise wollte er sichergehen, dass man ihr zuhört und wahrscheinlich auch, dass die PA stimmt. Die hier nun doch von Frank Dommert zusammengetragenen Stücke lassen einen an das Leben von Knetfiguren denken - sie sind elastisch wie ein Furzkissen, klingen zukünftig wie einst Raymond Scott oder quietschig wie Erkki Kurenniemis merkwürdige Synthesizer-Eskapaden und spielen sich meist in verschrobenen Arrangements mit hoher Ereignisdichte ab. Die Sprache dieses merkwürdigen Klangmaterials kann manchmal so nerven wie Free Jazz, dann aber auch wieder so poetisch sein, dass einem das Herz aufgeht. Ein Ablaufen des Haltbarkeitsdatums ist nicht in Sicht. (06/05)

Alben

Compilations