Otomo Yoshihide/Shimada Masahiko - My dear Mummy

Die Geschichte eines Mannes, der seinen Entschluss, durch Verhungern aus dem Leben zu scheiden, in dem einsamen Moor einer japanischen Insel in die Tat umsetzt. Shimada Masahikos Novelle 'Miira Ni Naru Made' berichtet detailliert von den verschiedenen Stadien, die dieser 62 lange Tage dauernde Prozess mit sich bringt. In Tagebuchform erfährt man von der Bedeutung des Radios und der aus ihm dringenden Musik für den auf den Tod Wartenden, von zwischendurch aufkeimender Hoffnung, doch noch gefunden zu werden und den Schmerzen und Phantasien, die sich in seinem Kopf ausbreiten. Die knappe, nüchterne und genau beobachtende Art, mit der die Erlebnisse jedes Tages geschildert werden, wirkt durch den österreichischen Akzent des Vortragenden Fritz Ostermayer sanft, ja fast schon zärtlich. Musikalisch wird der Text von einem Orchester aus japanischen und abendländischen Instrumenten plus Gitarre und Sampler getragen. Obgleich die Musiker improvisiert zu agieren scheinen, gibt es genaue Vorgaben Yoshihides, die das ganze zu einem eindringlichen Hörstück werden lassen. (12/02)

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